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Vincent van Gogh - Das Musical

Vincent Van Gogh – Das Musical
Premiere der österreichischen Erstaufführung

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© Rudi Gilger
Stadttheater Gmunden am 09. September 2021

Musical Frühling im September. Bereits im April 2021 sollte die Premiere stattfinden, doch durch Covid 19 wurde diese, wie so viele Abende im Stadttheater Gmunden, verschoben.
Nach 1 ½ Jahren ohne Bühne, dafür umso mehr Proben, da immer wieder die Hoffnung aufkam, jetzt geht es wieder los, hieß es nun endlich am 09. September 2021, die Lichter auf der Bühne gehen an, die Premiere findet statt. Bis auf ein paar leere Einzelstühle war die Premiere ausverkauft. Im Parkett und auf den Rängen finden insgesamt 420 Gäste Platz. Ein kleines Theater in dem sich jeder sofort heimisch fühlte.

Der erste Blick ging auf die Bühne, die von keinem Vorhang verhüllt wurde. Eine Vielzahl an leeren Leinwänden hingen von der Decke, sowie eine große Leinwand, die den Hintergrund der Bühne abschloss. Diese wurde auch als Video- und Projektionsfläche genutzt. Der Graben vor der Bühne blieb mit einem Tuch verhüllt. Corona verhinderte die physische Anwesenheit der Musiker.

Was dann ab 19 Uhr 30 folgte, war ein Wechselbad der Gefühle. Das Leben von
Vincent van Gogh war dies ebenfalls. Der psychisch kranke Ausnahmekünstler, der seine eigenen Erfolge nicht mehr erleben durfte, fährt in seinem Leben Achterbahn. „Wir haben Fröhlichkeit nötig und Glück, Hoffnung und Liebe“ (Zitat von Vincent van Gogh). Dies alles suchte und lebte er bis zu seinem Tod. Er malte, liebte, suchte. Jeder im Publikum kannte diesen Maler der intensiven Farben. Doch kaum einer kannte die Person mit all seiner Verletzlichkeit. Er liebte schnell und fiel tief im gleichen Tempo.

Dies alles setzten die Darsteller dieses Abends zu 100% um. Yngve Gasoy-Romdal lebte in der Rolle des Vincent van Gogh. Oft hielt das Publikum den Atem an um am Schluss seines Liedes in einen wahren Applausrausch zu verfallen. Was für eine Offenbarung. Stimmlich gehört Yngve Gasoy-Romdal schon lange zur First-Class der Musicaldarsteller. Die Umsetzung seines Könnens in die Rolle des Vincent van Gogh – ein unvergessliches Erlebnis. Jesper Tydén wirkte neben seinen „Bruder“ wie ein ruhender Pol. Als Theo van Gogh sang und spielte er in gewohnter Perfektion. Stimmlich immer ein Garant für die höchste Reinheit und Wärme, zeigte er auf, wie wichtig der Bruder für Vincent van Gogh war. Neben dieser Rolle füllte er noch einige Nebenrollen aus, so wie seine weiteren Kollegen/innen ebenfalls. Oft hatte man das Gefühl, die Darsteller hätten die Zeituhr aus Harry Potter gestohlen. So schnell veränderten sie ihre „Persönlichkeit“. Elisabeth Sikora fühlte sich sichtlich wohl in jeder ihrer Rollen, die sie mit ihrer wunderbaren Stimme füllte. Jede Person, die sie spielte, wurde mit ihr eins. Gerd Achilles. Auch dieser Darsteller fand sich in verschiedenen Charakteren wieder, die sehr stark variierten. Mal laut, mal leise. Mal wütend, mal ausgleichend. Und immer war Gerd Achilles auf den Punkt die Person, die er sein sollte. Wie seine Kollegen/innen ein großartiger und unverzichtbarer Musicaldarsteller.
Meimouna Coffi und Judith von Orelli standen ihren Kollegen/innen um nichts nach. Perfekt in ihren Rollen, perfekt in ihrer Stimmlage. So viele hervorragende Darsteller engagieren zu können ist schon ein großer Glücksfall für jedes Theater.

Dem Stadttheater Gmunden ist mit Vincent van Gogh eine fantastische und berührende Produktion gelungen, denn auch die Kompositionen sowie die Texte gehen ins Ohr und bleiben dort, um dann ganz tief in die Seele zu gehen. Die Kostüme waren meist der Zeit angepasst.

Am Ende der Vorführung wird es noch einmal sehr emotional. Die leeren Leinwände füllen sich mit den Werken des begnadeten Malers Vincent van Gogh, im Hintergrund das Selbstbildnis des außergewöhnlichen Künstlers, der nie wirklich glücklich sein durfte.


Da es nur sehr wenige Aufführungstermine geben wird, heißt es nun: Schnell Tickets buchen. Die Fahrt nach Gmunden lohnt sich. Noch mehr: Wer Vincent van Gogh in dieser Besetzung und in dieser Inszenierung nicht gesehen hat, hat einfach was verpasst.

Musik von Gisle Kverndokk / Libretto von Øystein Wiik
Idee und Bearbeitung von Inger Schjoldager und Øystein Wiik
Deutsch von Siegfried Weibel
Intendanz, Produktion und Neukonzeption: Elisabeth Sikora u. Markus Olzinger
Regie, Bühnenbild: Markus Olzinger
Musikalische Leitung: Thomas Posth
Choreografie: Amy Share-Kissiov
Kostümbild: Stephanie Thun-Hohenstein (nach Elisabeth Sikora)
Lichtdesign und Techn. Ausstattung: Ingo Kelp
Visual Arts: Jürgen Erbler und Jan Schütz
Tondesign: Roland Baumann
Zusätzliche Arrangements: Fynn Grossmann
Korrepetition: Tomas Kufhaber


Besetzung:

Vincent van Gogh -
Yngve Gasoy-Romdal
Theo van Gogh uvm. – Jesper Tydén
Cornelia „Kee“ Vos-Stricker, Calsina „Sien“ Hoornik,
Johanna van Gogh-Bonger, Emely Scofield uvm. – Elisabeth Sikora
Paul Gauguin, Theodorus van Gogh, Mr. Obach,
Anton Mauve uvm. – Gerd Achilles
Anna von Gogh, Agostina Segatori, Ann Scofield,
Madame Virgine uvm – Meimouna Coffi
Eugenie Loyer, Henri Toulouse-Lautrec, Rakel uvm. – Judith von Orelli

Kun Jing und Nicolas Hurt sangen zusätzliche Parts bei den Liedern „Unter erdrückendem Himmel“ und Citronell und Tamarind“.

Unter der Leitung von Thomas Posth spielten die Musiker des „Orchester im Treppenhaus“ aus Hannover. Dieses Orchester wurde virtuell nicht nur eingespielt, sondern effektvoll integriert, als wären die Musiker in Kontakt mit den Gästen.

Termine: Do. 09.09.2021 bis Sa. 11.09.2021 je um 19 Uhr
               So. 12.09.2021 17 Uhr
               Fr. 17.09.2021 und Sa. 18.09.2021 je um 19 Uhr
               So. 19.09.2021 17 Uhr
               Fr. 24.09.2021 und Sa. 25.09.2021 je um 19 Uhr
               So. 26.09.2021 17 Uhr

               Dauer: 2 ½ Std. incl. Pause

 
(Die Uraufführung am 30. Mai 2001 in Ettlingen statt)

Alle Infos und Tickets 

 

Alles über Vincent van Gogh auf Wikipedia



© Der Musikjournalist – Erika Urban // Irrtümer und Änderungen vorbehalten.

 

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